Mit der Einführung von reiterlichen Bewerben wurden die Olympischen Spiele der Neuzeit zum Motor von Pferdezucht und -ausbildung. Das moderne Sportpferd, wie wir es heute kennen, ist somit im wesentlichen ein Produkt des olympischen Wettbewerbs und damit eng mit den Spielen verbunden.

Eine Analyse aus dem Blickwinkel des Dressursports.

grachegg

 

„Während der ganzen Veranstaltung herrschte eine außerordentliche Hitze. Das verdoppelte die Anforderungen, die an Reiter und Pferde gestellt wurden. Dazu kam der steinharte Boden, dem schlechte Pferdebeine nicht standhalten konnten.“ So beschrieb der Zeitzeuge Gustav Rau die ersten olympischen Reiterspiele, die im Juli 1912 in Stockholm stattfanden. Dass das Reiten zur olympischen Disziplin wurde, war damals nicht so sicher – denn nach anfänglichen Organisationsschwierig-keiten wie in Athen 1896 oder in London 1908 wurde dessen olympischer Wert kontrovers diskutiert. Der militärische Habitus und auch das konservative Herrenreitertum standen geradezu konträr zum basisdemokratischen olympischen Gedanken, wie ihn der Erneuerer der Olympischen Spiele, Pierre de Coubertin, formuliert hatte. Letztendlich sollte noch ein halbes Jahrhundert vergehen, bis der Reitsport eine zivile Angelegenheit wurde.

 

Mit freundlicher Genehmigung der PferdeRevue download (1,5 Mb)